Zusammenfassend
lässt sich also sagen: Es wurde ein Neurochip - ein Chip der mit einer Nervenzelle
kommunizieren kann entwickelt, der sowohl die Nervenzellenaktivität identifizieren
und beeinflussen kann. So kann dieser Chip, wenn er mit den entsprechenden Neuronen und
einer bionischen Prothese interagiert, auch die Steuerung von bionischen Prothesen durch
einen gelähmten oder amputierten Menschen, ohne einen Arm- bzw. Beinstumpf,
ermöglichen.
Diese Technologie und die bereits erwähnte sind noch in Entwicklung und noch
verbesserungsbedürftig, so hat der Neurochip auch seine Grenzen, denn die Prothesen, die
damit gesteuert werden, könnten keine dreidimensionale Bewegungen durchführen, da der
Chip die komplexen Nervensignale, die damit verbunden wären, noch nicht analysieren kann
- dieser Chip ist nur für einfache Bewegungsabläufe konzipiert worden.
Die Forschung in der Bionik bezüglich der intelligenten Prothesen steht noch am Anfang
ihrer Blüte, neben den beschrieben Projekten sind noch viele andere im Gange: Ein
bedeutendes Projekt zur Weiterentwicklung der Beweglichkeit der Armprothese wurde von
einer Forschergruppe am Institut für Angewandte Informatik des Forschungszentrums
Karlsruhe kürzlich abgeschlossen.
Es wurde eine Armprothese angefertigt, die fast einem natürlichen Arm in Form und
Ästhetik gleicht. Die Besonderheit an dieser Prothese ist die Flexibilität in der
Bewegung: Herkömmliche Prothesen können sich nur öffnen und schließen, ähnlich
wie eine Greifzange. Mit der neuen Handprothese kann der Patient dagegen verschiedene
Griffe durchführen, die im Alltag wichtig sind.(Kybernetik, 8. Juli 2002, S.27 Z.16
ff.).
Diese Prothese besteht nicht aus mechanischen Gelenken (Kybernetik, 8. Juli
2002, S.27 Z.30) und hat deshalb eine ästhetischere Form, da sie nach dem
Hydraulik-Prinzip arbeitet (Kybernetik, 8. Juli 2002, S.27 Z.32):
In den Fingern stecken Kammern aus flexiblem Kunststoff, die so genannten Aktoren.
Je nach gewünschter Bewegung drückt eine Pumpe eine ölartige Flüssigkeit in die
Aktoren. Die verformen sich und bewirken, daß sich die Finger krümmen.(Kybernetik,
8. Juli 2002, S.27 Z.32 ff), dadurch ist die künstliche Hand besonders leicht und fühlt
sich auch viel weicher an als gewöhnliche Prothesen, die hauptsächlich aus harten
Materialien zur Stabilisierung bestehen.
Auch diese Prothese funktioniert nach dem Prinzip der Neuroprothese, dementsprechend ist
der Träger in der Lage sie über Muskelsignale zu steuern, doch bis diese
Erfindung auf den Markt kommt, werden noch viele Tests und Versuche zur Verbesserung
durchgeführt werden müssen. Auch an der Entwicklung eines Tastsinns wird noch geforscht.
3.1 Das
Retina-Implantat
An einem Retina-Implantat
wird zurzeit an der Universität Bonn gearbeitet. Die Wissenschaftler dort wollen
den Sehnerv oder seine Anlaufstelle im Großhirn (Kortex) stimulieren,
nachdem sie die Funktion der Netzhaut nachgeahmt hatten. (Vgl. Kybernetik, 8. Juli 2002,
S.28 Z.21 ff.).
Demzufolge hätten Blinde irgendwann die Möglichkeit, wenn diese Technologie ausgereift
ist, wieder sehen zu können.
Einen größeren Erfolg hatte der Neurologe William Dobelle vom Presbyterian Center in den
USA: Er hat durch den Einsatz eines Computers, einer Kamera und eines Mikrochips, bei
einem Patienten das Hell-Dunkel-Sehen synthetisiert:
Der Computer digitalisiert (
) Videoaufnahmen und sendet sie an die 68
Platinelektroden, die (
) auf der Oberfläche der Großhirnrinde des Patienten
sitzen. (Kybernetik, 8. Juli 2002, S.28 Z.34 ff.).
Hiermit wäre Dobelle einen entscheidenden Schritt weiter, denn diese Erfindung könnte
nicht nur Blinden das Leben erleichtern, sondern auch Menschen mit nicht intakten
Stäbchen in der Retina.