Übersicht:Was ist Liebe?
Was bedeutet das Wort Liebe?
Die Minne im Mittelalter
Die Chemie muss stimmen I und II
Was bedeutet Liebe in unserem Leben?
Was ist eine romantische Liebe?
Mittel gegen Liebeskummer
Wem man auch immer im
Freundes- und Bekanntenkreis die Fragen nach der Bedeutung der Liebe und was Liebe
eigentlich ist, stellen würde, in einen wäre sich wohl die Mehrheit aller Befragten
einig und diese Antwort hieße, gänzlich ohne Liebe, da wäre dieses Leben kaum
lebenswert. Doch was ist Liebe nun eigentlich? Die direkte Beantwortung dieser Frage wäre
schon sehr viel facettenreicher und stellt selbst aus der Sichtweise der
Verhaltensforschung ein sehr komplexes Thema dar.
Nachfolgend sollen diese
Fragen etwas näher betrachtet und behandelt werden.
Was ist Liebe?
Ganz allgemein gesehen ist
Liebe erst einmal nichts weiter als ein Gefühl der Zuneigung gegenüber einer Sache,
eines Dings, einer Person, welches der Mensch und letztendlich ebenso höher entwickelte
Tiere psychisch empfinden. Die Betonung liegt hier auf psychische bzw. emotionale
Empfindungen, da psychische Empfindungen gegenüber physischen Empfindungen nur unsere
sinnlichen Wahrnehmungen beeinflussen und in unserer Gedankenwelt eingreifen, allerdings
mit konkreten physischen Auswirkungen verbunden sind, teilweise auf diesen fußen und
nicht losgelöst von diesen zu betrachten.
Liebe ist somit eine
Emotion. Nicht irgendeine, sondern eine Emotion, die wir mit etwas Angenehmen und für uns
Guten und Wertvollen verbinden. Je angenehmer und wertvoller etwas für uns ist, um so
mehr sind wir dieser Sache, diesem Ding oder dieser Person zugeneigt. Somit ist für uns
Menschen Liebe und Zuneigung ein und die selbe Empfindung.
Die weiter oben gestellte
Frage "was ist Liebe" ist damit jedoch noch nicht gänzlich geklärt, den ganz
so einfach lässt sich diese Thema nicht in eine Schublade pressen. So ist es schon ein
Unterschied, ob es sich um die Zuneigung zu einem Ding, einer Sache, einem Menschen, Hund,
Kind oder Partner handelt. Bevor wir der Frage "was ist Liebe" jedoch in bezug
auf den Menschen weiter nachgehen, so kann es nicht schaden, erst einmal ins Tierreich
abzugleiten. Doch bevor wir dieses tun noch eine andere Frage. Was passiert eigentlich,
wenn wir diese Emotionen nicht ausleben können, weil wir dieses Gute und Wertvolle nicht
erreichen oder halten können, sei es durch Verlust, sei es durch Trennung, sei es durch
andere widrige Umstände? Unsere Emotionen schlagen ins Gegenteil um. Aus
zwischenmenschlicher Liebe kann je nach Umständen Trauer, Hass, Enttäuschung oder
Liebeskummer werden. Aus tiefer Zuneigung zu einer Sache können Trübsinn und Resignation
bei Nichterreichbarkeit erwachsen. Aus Liebe zu einem Ding kann Unzufriedenheit und Wut
werden, wenn wir darauf verzichten müssen.
Nun einmal die Frage
anders. Was ist mit der Liebe und wo bleibt sie, wenn wir das was wir begehren und lieben
möchten, nicht erreichen, halten, verwirklichen oder genießen können? Dann liegen
Emotionen wie Trauer, Trübsinn und Resignation in greifbarer Nähe. Nun schauen wir uns
den Hund als besten Freund des Menschen an. Wer behaupten möchte, ein Hund kann weder
Freude noch Trübsinn und Resignation empfinden, der kennt sich mit Hunden nicht aus. Ein
Hund ist sehr wohl in der Lage emotional zu empfinden. Wenn sein Frauchen oder Herrchen
nicht da ist, so wird der Hund sie oder ihn sehr wohl vermissen, solange er nicht an eine
vorübergehende tägliche Abwesenheit gewöhnt ist. Ist es beim Menschen anders? Eine
tägliche Abwesenheit des Partners stört uns kaum, sind wir erst einmal daran gewöhnt
und wissen, dass es sich nicht um einen dauerhaften Abschied handelt. Auch werden Hunde
mit dem einem Menschen sehr schnell warm und vertraut, mit anderen nur sehr schwer. Hunde,
welche von Vorbesitzern enttäuscht wurden, können ernsthafte Verhaltensstörungen
bekommen.
Warum ist dieses Verhalten
so? Sicher, dieses emotionale Verhalten eines Hundes ist nicht direkt mit der
zwischenmenschlichen Partnerliebe vergleichbar, doch so weit sind die Empfindungen eines
Tieres oft auch nicht von den menschlichen Empfindungen entfernt. Warum und wieso? Auch
der Mensch ist irgendwann einmal dem Tierreich entwachsen und viele Teile seiner heutigen
Gefühlswelt fußen noch auf diese vererbbaren Veranlagungen, Instinkten und
Verhaltensweisen aus grauer Vorzeit. Der Mensch wurde nicht auf einmal Mensch und mit der
Menschwerdung war nicht auf einmal die Liebe da, geboren und erwacht aus dem Nichts. Jedes
höher entwickelte Lebewesen, welches im sozialen Verbund mit Artgenossen lebt, verfügt
über eine Gefühlswelt, die mindestens als eine primitive Vorstufe der menschlichen
emotionalen Gefühlswelt betrachtet werden kann.
Auf der nächsten Seite
geht es weiter mit der Beantwortung der Frage: Was bedeutet das Wort Liebe?