Übersicht:Vorwort und Einleitung
Was sind Viren?
Wie ist der HIVirus aufgebaut?
Wie wehrt sich der gesunde Körper
gegen Krankheitserreger?
Wie kann man sich infizieren?
Was geschieht im Körper einer
infizierten Person?
Warum kann das Immunsystem den Virus
nicht vollständig zerstören?
Vorhersage der Krankheitsverläufe
Art der Viruspopulation
Der Krankheitsverlauf
Wie wird eine HIV-Infektion
nachgewiesen?
Wie kann ein HIV-Infizierter tun um
möglichst gesund zu bleiben?
Behandlung und Forschung
Die Post-Expositions-Prophylaxe (PEP
)
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Autor: Kontakt - Hinweis
AIDS
- acquired immune deficiency syndrome, erworbenes Abwehrschwäche-Syndrom,
erstmals 1981 in den USA, dann auch in Europa ( einschl. BRD ) beobachtete schwere
Allgemeinerkrankung noch unbekannter Ursache mit zunehmender Häufigkeit. Aids besteht in
der Schwächung körpereigener Abwehrkräfte ( Immunabwehr ) und ist wahrscheinlich eine
Infektionskrankheit, hervorgerufen durch ein Virus.
Diese Zeilen fand ich in einem 1985 herausgegebenen Lexikon. Sie sind sehr vage
ausgedrückt und symbolisieren die Unsicherheit der Wissenschaft, wie sie mit Aids umgehen
sollen. Denn als 1981 der erste Fall von Aids in den USA bei homosexuellen Männern
auftrat glaubte man es handele sich um die Folge des Missbrauchs bestimmter stimulierender
Mittel oder Drogen. Auffallend war, dass die Erkrankten oft an opportunistischen
Infektionen, die für Menschen mit einem intakten Immunsystem ungefährlich sind, oder am
Kaposi-Sarkom ( ein Tumor der früher meist bei älteren Männern mit geschwächten
Immunreaktionen beobachtet wurde ) erkrankten und verstarben.
Als aber auch Patienten an Aids erkrankten, die keinen Kontakt mit Drogen gehabt, aber
Bluttransfusionen von später als Aids-Fälle erkannten Spendern erhalten hatten, wurde
klar, dass Aids eine Infektionskrankheit ist. Dies geschah in einer Situation als
Infektionskrankheiten als weitgehend beherrschbar angesehen wurden.
Aids zeigte jedoch, dass es sich bei dieser Einschätzung um einen großen Irrtum
handelte.
Die rasche Ausbreitung dieser neuen ansteckenden Krankheit veranlasste weltweit intensive
Anstrengungen, Ursachen und Ablauf der Krankheit besser zu verstehen.
Schon 1983 isolierte eine Arbeitsgruppe unter Leitung des französischen Wissenschaftlers
Luc Montagnier ein bis dahin unbekanntes Retrovirus aus Lymphknoten eines Erkrankten,
welches im Laufe des Jahres 1984 als Auslöser der Aids-Erkrankung bestätigt wurde und
später den Namen Humanes Immundefekt Virus (HIV ) erhielt.
Bei der Frage woher der Virus überhaupt stammt, erscheint heute am plausibelsten, dass es
sich ursprünglich um eine Zoonose, eine von Affen auf Menschen übertragene Infektion
handelt. Dem HIV verwandte Viren, so genannte SIV´s ( Simian-Immunschwäche-Virus ),
werden bei afrikanischen grünen Meerkatzen gefunden. In ihrem natürlichen Wirt lösen
sie keine Erkrankung aus, aber wenn sie auf eine andere Affenspezies übertragen werden,
können sie dort zu Krankheit führen. Dem HIV und den SIV´s verwandte Retroviren werden
auch bei verschiedenen anderen Tierarten gefunden ( FIV bei Katzen, BIV bei Rindern, EIAV
bei Pferden, CAEV bei Ziegen) und können dort zum Teil Aids-ähnliche Krankheitsbilder
verursachen.
Die folgenden Prozesse sind nicht nur für HIV-I gültig, das für die meisten
Aids-Erkrankungen in Europa verantwortlich ist, sondern auch für HIV-II, das in
Westafrika die Mehrzahl der Infektionen auslöste, nun aber auch in Indien als Epidemie
auftritt.
Nach den bisherigen Forschungsergebnissen führen beide HIV-Typen zum Ausbruch von Aids.
Es war spekuliert worden, HIV-II sei weniger aggressiv und der Zeitraum bis zum Ausbrechen
der Krankheit bei ihm länger. Sicher ist , dass HIV-II alle Aids-Symptome mit Todesfolge
auslösen kann - genauso wie HIV-I. Ob es dazu etwas länger braucht ist noch umstritten.