Die Kommunikationsmöglichkeit via
E-Mail kann aber auch zu einer Inflation von Informationen führen, nämlich dann, wenn
jeder jedem Botschaften zukommen lässt. Die Informationen werden zwar auf der einen Seite
schneller übermittelt, auf der anderen Seite muss bei Häufung der Mitteilungen jedoch
wieder sortiert werden und die Bearbeitung dauert dann auf einmal wesentlich länger.11
Seit Mitte der 90er Jahre nutzen
sowohl immer mehr wirtschaftliche Unternehmen, private Personen als auch staatliche
Institutionen das Internet als Kommunikationsplattform. Über die Homepage stellen sich
Betriebe dar, präsentieren und bieten ihre Produkte und Dienstleistungen zum Verkauf an.
Privatpersonen schildern den Besuchern auf der persönlichen Internetseite ihre Hobbies,
zeigen Urlaubsfotos oder verweisen auf ihre persönlichen Lieblingsseiten im WWW. Auch
Tageszeitungen, Magazine und Fernsehsendungen publizieren Online-Versionen im Internet.
Kommunen stellen den Nutzern auf verwaltungseigenen Internetseiten wichtige und nützliche
Informationen, wie z.B. die Öffnungszeiten behördlicher Einrichtungen,
Veranstaltungskalender oder auch die Möglichkeit der Bestellung von
Informationsmaterialien zur Verfügung.
Aber nicht nur das Ziel von Umsatzsteigerungen, Selbstdarstellung und Informationen lässt
sich über das Medium Internet realisieren. Auch die Kommunikationsstrukturen in Betrieben
oder öffentlichen Verwaltungen selbst erfahren einer Neuorganisation: Telearbeit wird zu
einem immer wichtigeren Instrument in der heutigen Arbeitswelt. Menschen müssen nicht
mehr zwingend in einem Gebäude zusammenkommen, um gemeinsam zu arbeiten und zu
kommunizieren.
Durch den Einsatz von IuK-Technologien besteht die Möglichkeit, von wo aus auch immer,
mit dem eigenen Betrieb Kontakt aufzunehmen. Dies kann eine höhere Produktivität und
Flexibilität der Mitarbeiter mit sich bringen und führt parallel zu einer Reduzierung
von Betriebskosten. Durch die persönliche Einteilung der Arbeitszeit sind zufriedenere
und motiviertere Mitarbeiter ein weiterer relevanter Nebeneffekte von Telearbeit.12
Auch für behinderte Menschen bietet
das Internet neue Kommunikations- und Informationsmöglichkeiten, da das elektronische
Medium eingeschränkte Mobilität, fehlendes Seh- und Hörvermögen in gewissem Maße
kompensieren kann.
Entscheidend für die Durchsetzung
und Akzeptanz des Internets in den letzten Jahren war, dass die Bedienung immer einfacher
wurde und die Kosten erschwinglicher.13
Da jedoch noch nicht alle Menschen das Medium Internet kennen bzw. noch Berührungsängste
damit vorherrschen, ist ein Zuschnitt auf unerfahrene und technikuninteressierte Nutzer
notwendig.
Internet durchdringt tatsächlich
den menschlichen Alltag und liefert den Menschen zunehmend erkennbaren Nutzen. Es wird den
Menschen mehr Freizeit bringen, für bessere Kommunikations- und Informationsprozesse
sorgen. Es wird zu einer Entlastung der Ballungszentren kommen, da dem Mensch ermöglicht
wird, seine Arbeit und Alltagsgeschäfte von zu Hause aus zu erledigen.14
E-Kommunikation kann sich aber auch,
wenn sie ausschließlich und einseitig genutzt wird, schädlich auf das Sozialleben von
Menschen auswirken. Statt in der realen Welt Nachbarschaftskontakte zu pflegen, Freund-
und Bekanntschaften zu knüpfen, bewegen sich die Menschen durch die künstlichen Welten
des Internets. Ein Flirt im Chat-Raum ersetzt jedoch keine Bekanntschaft in einem
Straßencafé.15
11 Frindte, S.
127
12 Frindte, S. 124, 125
13 Geschka, S. 117
14 Döring, S. 29
15 Mocker/Mocker/Ahlreep,
Seite 3 - Sozialwissenschaftliche Kommunikation "Neue Medien"